Natural Hoofcare für die Region Karlsruhe,Pforzheim, Kraichgau

 

Die Hufbearbeitung nach der Methode "Natural Hoof Care"  (NHC) basiert auf den Erkenntnissen des amerikanischen Hufschmieds Pete Ramey. Grundlage sind Beobachtungen an wildlebenden Mustangs. Die Bearbeitung nach NHC ist der sanfte Weg zu einem gesunden Barhuf. Der gesunde Huf als wesentlicher Teil der Gesundheit des Pferdes, seine Regenerations- und Umbaufähigkeit und das Zusammenspiel mit dem gesamten Organismus stehen im Mittelpunkt der Arbeitsweise nach NHC.

 

NHC vermeidet starke Stellungskorrekturen, der Huf wird nicht in eine als Ideal definierte Form gebracht und er wird daher auch nicht zwingend dem Vorbild des Mustanghufs angeglichen.


Die Bearbeitung orientiert sich immer am individuellen Zustand des Hufes, das heißt, bei jedem Bearbeitungstermin wird geprüft, wie sich der Huf entwickelte und welche nächsten Bearbeitungsschritte nun notwendig und sinnvoll sind. Die Sohle wird nicht aggressiv ausgeschnitten und der Strahl soll sich kräftig entwickeln können um seine natürliche Dämpfungsfunktion erfüllen zu können. Auch bei schwierigsten Hufproblemen besteht bei einer Bearbeitung nach NHC eine hohe Heilungschance. Die Bearbeitung setzt dabei die Impulse, die nötig sind, dass die Natur ihre - nicht zu unterschätzenden – Selbstheilungskräfte zum Einsatz bringen kann.

 

Immer noch wird in der Pferdemenschenwelt, bei Laien ebenso wie bei Profis, das Thema Beschlag häufig unsachlich diskutiert. Der Beschlag tauchte erst relativ spät nach dem Beginn der Nutzung des Pferdes auf, nämlich im Mittelalter, in der Ritterzeit, als sich die Haltungsbedingungen für das Pferd dergestalt verschlechterten, dass die Hufe den gleichzeitig gewachsenen Belastungen nicht gewachsen waren. Die Pferde mussten aber nutzbar sein, der Beschlag wurde erfunden, die damaligen Schmiede waren sich aber bewusst, dass dieser seinen Preis hat:
 
 "Der Hufbeschlag ist eigentlich nur das Mittel, den möglichst größten Nutzen aus den Pferden zu ziehen.... Ob der Hufbeschlag das Mittel ist, die Hufe gesund zu erhalten, das ist eine Frage, die man füglich verneinen kann; denn die Erfahrung hat gelehrt, daß, je länger die Thiere beschlagen werden, ein umso nachtheiliger Einfluß auf die Hufe ausgeübt wird." (Zitat aus dem Lehr- und Handbuch der Hufbeschlagskunst von 1861).


Neben dem „ritterlichen“ Einsatz wurde das Pferd auch vermehrt auf befestigten Straßen als Transportmittel genutzt, die Kilometerleistung stieg unter Last über den Wert der normalen natürlichen Laufleistung des Pferdes. Nach dem 2. Weltkrieg wurde das Pferd als Arbeitstier bedeutungslos. In den siebziger Jahren erfolgte dann eine verstärkte Nutzung als Sportpferd und auch als Freizeitpferd. Der Beschlag blieb häufig unhinterfragt das Mittel der Wahl als mehr oder weniger notwendiger Hufschutz.

 

Die Forschungen von Ramey widmeten sich den Hufen der Wildpferde in Nordamerika. Diese Hufe sind gesund und zu Höchstleistungen fähig, auf unterschiedlichsten Böden - natürlich unbeschlagen. Dies ist möglich, da gesunde Hufe sich schnell an unterschiedlichste Bedingungen anpassen können. Diese „Wildpferde“ sind aber keine eigene Rasse, sondern stammen von ausgewilderten „Hauspferden“ ab. Daher kann man mit Sicherheit sagen, dass jedes Pferd barhuf gehen kann. 


Dies bedeutet nicht zwangsläufig, dass jedes Pferd auf jedem Boden immer ohne Hufschutz geritten werden kann. Hierfür müssen alle Aspekte in der Haltung und der Fütterung perfekt harmonieren. Ist dies nicht zu verwirklichen, sind Hufschuhe die Lösung. Sie stellen einen temporären Hufschutz dar, schützen ohne den Hufmechanismus so stark wie ein Beschlag zu beeinträchtigen und werden eben auch nur die kürzeste Zeit des Tages getragen. 


Der Hufmechanismus leistet einen wesentlichen Beitrag zum gesunden Pferd. So wird das Herz durch die Pumpfunktion der Hufe unterstützt. Auch die Stoßdämpfung ist bei einem Beschlag stark vermindert. Ebenso wird der Tastsinn beim Beschlag beeinträchtigt. Nicht zu unterschätzen ist auch die zusätzliche Verletzungsgefahr insbesondere in Offenstallhaltung bei beschlagenen Pferden.

 

Diese ganzen Einschränkungen, nicht zuletzt die verminderte Durchblutung und damit Nährstoffversorgung, machen es faktisch nicht möglich, kranke Hufe durch Beschlag tatsächlich zu heilen – das Pferd benutzbar machen geht damit allerdings problemlos. Inwieweit ein bis ins natürliche hohe Alter gesundes Pferd dabei möglich ist, zeigen die Statistiken um das durchschnittliche (Sport-)pferdealter deutlich.

 

Eine Umstellung von Beschlag auf Barhuf ist grundsätzlich immer möglich, es ist dabei aber nicht mit dem Abnehmen der Eisen schon getan. Die meisten Pferde kommen zwar sofort gut mit unbeschlagenen Hufen klar, aber nicht alle. Dies hängt von der Hufsubstanz und insbesondere der Dicke der Sohle ab. Fühligkeit kann auftreten, oft auch erst einige Tage nach der Umstellung. Hufschuhe sind daher, zumindest zeitweise in der Umstellungsphase, oft zwingend notwendig. Zum einen soll das Pferd auch in dieser Zeit schmerzfrei laufen können, zum anderen muss auch das Erwerben eines Schmerzgedächtnisses in Bezug auf diese Fühligkeit vermieden werden. Die Nährstoffversorgung muss ebenfalls verstärkt beachtet werden, um die nötigen Umbauprozesse im Huf zu ermöglichen.

 

Diese Ausführungen sind nur ein verkürzter Überblick auf die Prinzipien der Arbeitsmethode nach NHC. Konkrete Fragen werden von den NHC-Barhufpflegern beantwortet. Die Ausbildung am Barhufinstitut unter der Leitung von Detlef Urban ist ebenso ganzheitlich angelegt wie die Herangehensweise bei der Hufpflege.

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© Claus-Werner W. Oberle